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Streuobstwiesen

Streuobstwiesen

Fotograf: M. Großmann / Pixelio.de

Streuobstwiesen

Wenn ich von Streuobstwiesen höre, stelle ich mir eine große Wiese vor, auf der verschiedene Obstbäume stehen, die Wiese ist nicht eingezäunt und jeder darf pflücken.

Aber so einfach ist es leider nicht. Die meisten Grundstücke sind im Privatbesitz, gehören der Kirche oder der Gemeinde. Bei Grundstücken, die eingezäunt sind, ist die Sache eindeutig. Ich darf das Grundstück nicht betreten sonst handelt es sich um Hausfriedensbruch. Obstbäume die auf diesen Grundstücken gepflanzt sind, gehören den Grundstückbesitzer.

Was sind Streuobstwiesen

Damit sind nicht die niedrig wachsenden Plantagenobstanlagen gemeint, es handelt sich dort meistens um hochstämmige Obstbäume, die verstreut in der Landschaft stehen. Nach Schätzungen von NABU gibt es in Deutschland 300.000 Hektar Streuobstbestände. Davon sind 95 % Streuobstwiesen.

Streuobstwiesen sind landschaftstprägend und haben eine große Bedeutung für die Natur. Sie bieten ca. 5000 Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum.

Geschichte

Die ersten robusten und anspruchslosen Obstsorten wurden schon im Mittelalter von den Klöstern betrieben. Dort entstanden auch die ersten größeren Obstwiesen. Die ersten Streuobstwiesen, die außerhalb der Gärten und der Dörfer lagen, entstanden aber erst im 17. und 18. Jahrhundert. Sie wurden von den absolutistischen Regierungen angeordnet.

Früher wurden Trockenmauern um die Wiesen gebaut, um das Wild fern zu halten und die Wiesen von den Feldern abzugrenzen. Heute sind die Mauern meistens verfallen.

Wer darf ernten

Die Frage, ob du das Obst pflücken darfst, muss du leider selbst herausfinden. Dem Besitzer des Grundstücks gehören auch die Bäume, die darauf stehen und solltest du dir nicht sicher sein, ob die Bäume oder der Baum auf öffentlichen Grund stehen, kannst du bei der unteren Naturschutzbehörde, den Grünflächenamt, der Gemeinde, die Straßenverkehrsbehörde oder Straßenmeisterei der Gemeinde bzw. des Landkreises nachfragen. Meistens reicht schon ein kurzes Telefonat. Vielleicht kannst du auch vor Ort Kontakt mit jemanden aufnehmen. Um Ärger zu vermeiden, würde ich aber davon abraten, das Obst einfach ohne Erlaubnis zu pflücken.

Bei der Organisation „Mundraub“ http://mundraub.org, bekommst  du  Informationen über Standorte, wo man Obst pflücken darf und wenn du selbst Stellen kennst, wo man pflücken darf, kannst du sie bei „Mundraub“ eintragen.

Es gibt auch eine Streuobstbörse, die unter diesen Link  zu finden ist.

Ein schönes Projekt ist auch http://www.bio-streuobst.de, dort kannst du auch Baumpate werden.

Zukunft

In Deutschland und Europa gingen die Wiesen für Streuobst zwischen 1965 bis 2010 um 70 bis 75% zurück. Da aber die Nachfrage für Bio-Streuobst, besonders in Bayern ansteigt, besteht noch Hoffnung, dass die Wiesen nicht ganz verschwinden.

Fazit

Leider gibt es in Deutschland kaum noch irgendetwas, dass nicht der Gemeinde, der Kirche gehört, oder in Privatbesitz ist. Wer einem Obstbaum sieht, der nicht auf einem eingezäunten Grundstück steht und sich einen Apfel oder eine Birne zum Verzehr mitnimmt, wird sicherlich keinen Ärger bekommen. Wer sich aber die Taschen vollstopft, schon. Deshalb würde ich raten, immer zu fragen. Wenn es sich um Bäume handelt, die niemand aberntet, bekommt man meistens die Erlaubnis zu pflücken.

Noch ein kleiner Tipp zum Schluss: wenn du wissen willst, ob ein Apfel schon reif ist, brauchst du ihn nur aufschneiden. Sind die Kerne braun, ist der Apfel reif. Bei einem unreifen sind sie weiß.

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